(Stuttgart) Wer seine Kol­le­gen bedro­ht und belei­digt, stört den Betrieb­s­frieden und riskiert eine frist­lose Kündi­gung. Das gilt umso mehr, wenn ein solch­es Ver­hal­ten vorher bere­its ein­mal vom Arbeit­ge­ber abgemah­nt wor­den ist, aber gle­ich­wohl nicht abgestellt wurde.

Dies, so der Kiel­er Fachan­walt für Arbeit­srecht Jens Klar­mann, Vizepräsi­dent des VdAA  — Ver­band deutsch­er Arbeit­srecht­sAn­wälte e. V. mit Sitz in Stuttgart, hat das Lan­desar­beits­gericht (LAG) Schleswig-Hol­stein in einem am 15.01.2010 veröf­fentlicht­en Urteil vom 21.10.2009, Az.: 3 Sa 224/09 entschieden.

Die vor Gericht kla­gende Bäck­ereiverkäuferin war 31 Jahre alt, ver­heiratet und seit 7,5 Jahren bei der Arbeit­ge­berin beschäftigt. Sie war zunächst cir­ca drei Wochen vor Erhalt der Kündi­gung vom Arbeit­ge­ber aufge­fordert wor­den, die neue Auszu­bildende vernün­ftig zu behan­deln und nicht vor Kun­den zu kri­tisieren. Eine Woche später wurde sie auf Ver­an­las­sung der Fil­iallei­t­erin zu einem Per­son­alge­spräch gebeten. Daraufhin hat­te die Verkäuferin der Auszu­bilden­den vorge­wor­fen, sie sei schuld an diesem erneuten Gespräch. Dabei hat­te sie mit der Hand ganz nah an deren Hals gestikuliert. Die Auszu­bildende brach in Trä­nen aus. Am Fol­ge­tag wurde die Klägerin vom Arbeit­ge­ber angewiesen, gegenüber der Auszu­bilden­den und Kol­legin­nen einen angemesse­nen Ton zu wahren sowie Beschimp­fun­gen und Bedro­hun­gen zu unter­lassen. Das sei ihre let­zte Chance. Direkt danach fuhr die Verkäuferin in die Fil­iale und dro­hte ein­er neuen Arbeit­skol­le­gin unter anderem: „Wer mich beim Chef anmachen will, den mache ich platt”. Darauf sprach der Arbeit­ge­ber die frist­lose Kündi­gung aus.

Das war zuläs­sig, entsch­ied nun das Lan­desar­beits­gericht Schleswig-Hol­stein, betont Klarmann.

Das von der Klägerin an den Tag gelegte ungezügelte aggres­sive Ver­hal­ten zer­störe den Betrieb­s­frieden und mache eine gedeih­liche Zusam­me­nar­beit unmöglich. Da sich die Verkäuferin trotz ein­er Abmah­nung nicht zusam­men­geris­sen, son­dern ihr bean­standetes Ver­hal­ten sofort wieder­holt habe, sei die frist­lose Kündi­gung des langjähri­gen Arbeitsver­hält­niss­es korrekt.

Klar­mann emp­fahl, dieses Urteil  zu beacht­en und in Zweifels­fällen rechtlichen Rat einzu­holen, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deutsch­er Arbeit­srecht­sAn­wälte e. V. — www.vdaa.de — verwies. 

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