(Stuttgart) Enthält eine Stel­lenauss­chrei­bung den Hin­weis, dass Mitar­beit­er eines bes­timmten Alters gesucht wer­den, so scheit­ert der Anspruch eines nicht eingestell­ten älteren Bewer­bers auf eine Entschädi­gung nach dem All­ge­meinen Gle­ich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) nicht allein daran, dass der Arbeit­ge­ber keinen anderen neuen Mitar­beit­er eingestellt hat.

Darauf ver­weist der Köl­ner Fachan­walt für Arbeit­srecht Frhr. Fen­i­more von Bre­dow, Vizepräsi­dent des VDAA Ver­band deutsch­er Arbeit­srecht­sAn­wälte e. V. mit Sitz in Stuttgart, unter Hin­weis auf die Mit­teilung des Bun­de­sar­beits­gerichts (BAG) vom 23.08.2012 zu seinen Urteil vom sel­ben Tage, Az.: 8 AZR 285/11. 

Die Beklagte hat­te im Juni 2009 mit­tels ein­er Stel­lenauss­chrei­bung zwei Mitar­beit­er im Alter zwis­chen 25 und 35 Jahren gesucht. Der 1956 geborene Kläger bewarb sich um eine Stelle, wurde aber nicht zu einem Vorstel­lungs­ge­spräch ein­ge­laden. Obwohl solche durchge­führt wor­den waren, stellte die Beklagte keinen anderen Bewer­ber ein. Der Kläger macht gel­tend, er sei wegen seines Alters unzuläs­sig benachteiligt wor­den und ver­langt von der Beklagten eine Entschädi­gung nach dem AGG. Die Vorin­stanzen haben seine Klage abgewiesen.

Die Revi­sion des Klägers hat­te vor dem Acht­en Sen­at des Bun­de­sar­beits­gerichts Erfolg, so von Bredow. 

Das Lan­desar­beits­gericht hätte die Entschädi­gungsklage nicht allein mit der Begrün­dung abweisen dür­fen, ein Ver­stoß der Beklagten gegen das Benachteili­gungsver­bot des § 7 Abs. 1 AGG schei­de allein deshalb aus, weil sie keinen anderen Bewer­ber eingestellt habe. Der Sen­at hat die Sache zur neuen Ver­hand­lung und Entschei­dung an das Lan­desar­beits­gericht zurück­ver­wiesen. Dies wird bei sein­er Entschei­dung über das Beste­hen des gel­tend gemacht­en Entschädi­gungsanspruchs ua. zu prüfen haben, ob der Kläger für die aus­geschriebene Stelle objek­tiv geeignet war und ob eine Ein­stel­lung wegen seines Alters unterblieben ist.

Von Bre­dow emp­fahl, dies zu beacht­en und bei Fra­gen zum Arbeit­srecht Recht­srat in Anspruch zu nehmen, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deutsch­er Arbeit­srecht­sAn­wälte e. V. – www.vdaa.de – verwies.

 

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