(Stuttgart)  In der geset­zlichen Unfal­lver­sicherung liegt ein ver­sichert­er Wege­un­fall nicht vor, wenn der von der Woh­nung der Fre­undin ange­tretene Weg zur Arbeit mehr als acht­mal so lang ist, wie der übliche Fahrweg von der eige­nen Woh­nung.

Darauf ver­weist der Stuttgarter Fachan­walt für Arbeit­srecht Michael Henn, Präsi­dent des VDAA — Ver­band deutsch­er Arbeit­srecht­sAn­wälte e. V. mit Sitz in Stuttgart, unter Hin­weis auf die Mit­teilung des Lan­dessozial­gerichts (LSG) Rhein­land-Pfalz vom 7.01.2013 zu seinem Urteil vom 27.09.2012, Az. L 4 U 225/10.

Der Kläger war von der Woh­nung sein­er dama­li­gen Ver­lobten, die rund 55 km von sein­er Arbeitsstelle ent­fer­nt war, zur Arbeit gefahren. Der Weg von sein­er eige­nen Woh­nung hätte nur etwa 6,5 km betra­gen. Auf dem Weg zur Arbeit erlitt er einen Verkehrsun­fall mit Ver­let­zun­gen im Bere­ich der Wirbel­säule. Die beklagte Unfal­lka­sse lehnte die Anerken­nung eines Wege­un­falls ab, weil der län­gere Weg zur Arbeit nicht durch die betriebliche Tätigkeit geprägt sei. Das Sozial­gericht Koblenz hat­te diese Entschei­dung aufge­hoben, da auch der Weg von einem anderen Ort als der eige­nen Woh­nung Aus­gang­punkt eines ver­sicherten Weges sein könne, ins­beson­dere, wenn wegen der häu­fi­gen Über­nach­tun­gen bei der Fre­undin von ein­er ges­pal­te­nen Woh­nung auszuge­hen sei.

Diese Entschei­dung hat das Lan­dessozial­gericht aufge­hoben, so Henn, und die Klage abgewiesen.

Nach der durchge­führten Beweisauf­nahme sei davon auszuge­hen, dass der Kläger die Woh­nung der Fre­undin nicht wie eine eigene Woh­nung genutzt habe, son­dern sich vielmehr dort nur zu Besuch aufge­hal­ten habe. Die Dif­ferenz zwis­chen dem Arbeitsweg von der eige­nen Woh­nung bzw. dem von der Woh­nung der Fre­undin sei unver­hält­nis­mäßig, so dass nicht von einem ver­sicherten Arbeitsweg auszuge­hen sei.

Henn emp­fahl, die Entschei­dung zu beacht­en und in Zweifels­fällen rechtlichen Rat einzu­holen, wobei er u. a. dazu auch auf den VDAA Ver­band deutsch­er Arbeit­srecht­sAn­wälte e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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