(Stuttgart) Das Lan­desar­beits­gericht Köln hat­te am 25. Juni 2014 über die Beru­fung ein­er jun­gen Frau zu entschei­den, die wegen ihrer Kör­per­größe von 161,5 cm nicht zur Pilote­naus­bil­dung zuge­lassen wurde.

Darauf ver­weist der Köl­ner Fachan­walt für Arbeit­srecht Frhr. Fen­i­more von Bre­dow, Vizepräsi­dent des VDAA Ver­band deutsch­er Arbeit­srecht­sAn­wälte e. V. mit Sitz in Stuttgart, unter Hin­weis auf die Mit­teilung des Lan­desar­beits­gerichts (LAG) Köln vom 25.06.2014 zu seinem Urteil vom sel­ben Tage, Az. 5 Sa 75/14.

Ein Tar­ifver­trag, der Auswahlrichtlin­ien für die Pilote­naus­bil­dung enthält, sieht eine Min­dest­größe von 165 cm vor. Die Klägerin beruft sich auf das All­ge­meine Gle­ich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG). Sie ver­langt ins­ge­samt 135.000 Euro als Schaden­er­satz und Entschädi­gung. Die Klägerin sieht in der Min­dest­größe eine mit­tel­bare Diskri­m­inierung wegen des Geschlechts, weil Frauen im Durch­schnitt klein­er seien als Män­ner.

Die Klägerin hat­te gegen die Lufthansa AG und ihre Tochterge­sellschaft, die Lufthansa Flight Train­ing GmbH, Klage erhoben. Die Lufthansa AG führt das Bewer­bungsver­fahren durch, während die Lufthansa Flight Train­ing GmbH den Schu­lungsver­trag mit erfol­gre­ichen Bewer­berin­nen und Bewer­bern abschließt. Die Flugge­sellschaft hat­te sich für die im Tar­ifver­trag vorge­se­hene Min­dest­größe darauf berufen, diese sei erforder­lich, um Flugzeuge sich­er zu steuern.

Das Lan­desar­beits­gericht hat in der mündlichen Ver­hand­lung deut­lich gemacht, dass es wie das erstin­stan­zliche Gericht von ein­er durch sach­liche Gründe nicht gerecht­fer­tigten mit­tel­baren Diskri­m­inierung aus­ge­ht. Es hat darauf hingewiesen, dass andere Flugge­sellschaften deut­lich gerin­gere Min­dest­größen ver­lan­gen.

Trotz­dem hat das Gericht im Ergeb­nis die klage­ab­weisende Entschei­dung des Arbeits­gerichts bestätigt. Das Lan­desar­beits­gericht hat entsch­ieden, dass Ansprüche nach dem AGG nur gegenüber der Lufthansa Flight Train­ing GmbH erhoben wer­den kon­nten, weil diese und nicht die Lufthansa AG die poten­tielle Arbeit­ge­berin der Klägerin gewe­sen wäre. Das Gericht sah aber die Beru­fung der Klägerin gegenüber dieser Beklagten als unzuläs­sig an, weil die Klägerin in ihrer Beru­fungs­be­grün­dung nicht in formell aus­re­ichen­der Weise auf die Entschei­dungs­gründe des Arbeits­gerichts einge­gan­gen war.

Gegenüber der Lufthansa AG, die das Bewer­bungsver­fahren durchge­führt hat­te, hat das Lan­desar­beits­gericht die Ansprüche abgewiesen, weil die von der Klägerin erhobe­nen Schadenser­satzansprüche (wegen Ver­mö­genss­chä­den) nur auf das AGG hät­ten gestützt wer­den kön­nen und es für ein Schmerzens­geld an der notwendi­gen schw­er­wiegen­den Ver­let­zung des all­ge­meinen Per­sön­lichkeit­srechts fehle.

Das Gericht hat, soweit es um die Ansprüche der Klägerin gegenüber der Lufthansa AG geht, die Revi­sion zum Bun­de­sar­beits­gericht zuge­lassen.

Von Bre­dow emp­fahl, dies zu beacht­en und bei Fra­gen zum Arbeit­srecht Recht­srat in Anspruch zu nehmen, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deutsch­er Arbeit­srecht­sAn­wälte e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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Frhr. Fen­i­more von Bre­dow
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