(Stuttgart) Die Übersendung eines Fotos eines unter­schriebe­nen Kündi­gungss­chreibens per What­sApp führt nicht zu ein­er wirk­samen Kündi­gung eines Arbeitsvertrages.

Darauf ver­weist der Stuttgarter Fachan­walt für Arbeit­srecht Michael Henn, Präsi­dent des VDAA — Ver­band deutsch­er Arbeit­srecht­sAn­wälte e. V. mit Sitz in Stuttgart unter Hin­weis auf eine jet­zt veröf­fentlichen Entschei­dung des Lan­desar­beits­gerichts (LAG) München vom 28.10.2021 (Az. 3 Sa 362/21).

In dem entsch­iede­nen Fall hat­te der Arbeit­ge­ber dem Arbeit­nehmer das Bild der in Papier­form aus­ge­fer­tigten und unter­schriebe­nen Kündi­gungserk­lärung per What­sApp zugeschickt. Eine Zusendung des Kündi­gungss­chreibens per Post oder eine per­sön­liche Über­gabe erfol­gte nicht, erläutert Fachan­walt für Arbeit­srecht Henn.

Der Arbeit­nehmer erhob dage­gen Kündi­gungss­chutzk­lage mit der Begrün­dung, dass ihm keine schriftliche Kündi­gungserk­lärung zuge­gan­gen sei.

Das Lan­desar­beits­gericht München stelle aus­drück­lich fest hin, dass es nicht aus­re­ichend sei, wenn der Arbeit­ge­ber das Kündi­gungss­chreiben unterze­ichne und den Arbeit­nehmer dann durch Zusendung eines Fotos darüber informiere, dass das Kündi­gungss­chreiben unterze­ich­net wurde. Denn nach der geset­zlichen Regelung sei es notwendig, erläutert Fachan­walt für Arbeit­srecht Henn, dass die Kündi­gungserk­lärung dem Arbeit­nehmer in Papier­form tat­säch­lich zugehe.

Henn rät deshalb allen Arbeit­ge­bern, bei Ausspruch von Kündi­gun­gen stets darauf zu acht­en, dass das Kündi­gungss­chreiben dem Arbeit­nehmer auch zuge­ht. Ide­al­er­weise durch per­sön­liche Über­gabe oder durch Ein­wurf in den Briefkas­ten des Arbeit­nehmers in Begleitung eines Zeu­gen. Arbeit­nehmer soll­ten dage­gen stets genau prüfen, ob Ihnen tat­säch­lich ein kor­rek­tes Kündi­gungss­chreiben mit Orig­i­nalun­ter­schrift des Arbeit­ge­bers bzw. ein­er vertre­tungs­berechtigten Per­son zuge­gan­gen ist.

Henn emp­fiehlt, im Zweifels­fall rechtliche Unter­stützung in Anspruch zu nehmen und ver­weist hier­bei auch auf die auf Arbeit­srecht spezial­isierten Anwälte/innen im VDAA Ver­band deutsch­er Arbeit­srecht­sAn­wälte e. V. -www.vdaa.de -

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Michael Henn
Rechtsanwalt
Fachan­walt für Erbrecht
Fachan­walt für Arbeitsrecht
VDAA – Präsident
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