(Stuttgart) Die Befris­tung eines Arbeitsver­hält­niss­es mit einem Spitzen­sportler ist nur nach Maß­gabe des § 14 TzBfG zuläs­sig. Die Eige­nart der Arbeit­sleis­tung als Profi­fußball­spiel­er  recht­fer­tigt danach als solche nicht eine Befris­tung des Vertrags.

Das, so der Stuttgarter Fachan­walt für Arbeit­srecht Michael Henn, Präsi­dent des VDAA — Ver­band deutsch­er Arbeit­srecht­sAn­wälte e. V. mit Sitz in Stuttgart, unter Hin­weis auf die Mit­teilung des Gerichts vom 24.03.2015 zu seinem Urteil vom 19. März 2015 – 3 Ca 1197/14 – hat das Arbeits­gerichts (ArbG) Mainz in dem Ver­fahren von Ex-Bun­desli­ga Tor­wart Heinz Müller gegen Mainz 05 entschieden.

Müller war bei dem beklagten Bun­desli­gavere­in zunächst auf­grund eines auf 3 Jahre befris­teten Ver­trags als Lizen­z­fußball­spiel­er beschäftigt. Unmit­tel­bar anschließend schlossen die Parteien im Som­mer 2012 erneut einen auf 2 Jahre befris­teten Ver­trag. Der beklagte Vere­in macht gel­tend, mit dem zu diesem Zeit­punkt bere­its 34jährigen Spiel­er habe er auf­grund der Ungewis­sheit der Leis­tungser­wartung keinen unbe­fris­teten Ver­trag geschlossen und ver­weist auf die Branchenüblichkeit.

Die Klage auf Fest­stel­lung des Fortbe­standes als unbe­fris­tetes Arbeitsver­hält­nis hat­te vor dem Arbeits­gericht Erfolg. Eine Befris­tung ohne Sach­grund kam wegen der Über­schre­itung der Höch­st­be­fris­tungs­dauer von 2 Jahren nicht mehr in Betra­cht. Der zulet­zt geschlossene Arbeitsver­trag durfte auch nicht wegen eines Sach­grun­des befris­tet wer­den. Liegen andere Sach­gründe – etwa in der Per­son auf­grund des eige­nen Wun­sches des Profis­portlers – nicht vor, so recht­fer­tigt die Ungewis­sheit der zukün­fti­gen Leis­tungsen­twick­lung auch im Profis­port nicht die Befris­tung des Arbeitsver­hält­niss­es. Die Entschei­dung ist nicht rechtskräftig

Sollte das Urteil auch in weit­eren Instanzen Bestand haben, so Henn, kön­nten sich hier­aus weitre­ichende Folge für die Vere­ine beim Abschluss von Profiverträ­gen ergeben.

Henn emp­fahl daher, die Entschei­dung und den weit­eren Aus­gang zu beacht­en und in Zweifels­fällen rechtlichen Rat einzu­holen, wobei er u. a. dazu auch auf den VDAA Ver­band deutsch­er Arbeit­srecht­sAn­wälte e. V. – www.vdaa.de – verwies.

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